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Regionalanästhesie
Bei der Regionalanästhesie werden nur die Nerven betäubt, die das Operationsgebiet versorgen. Hierdurch kann Schmerzfreiheit erreicht werden, ohne dass das Bewusstsein beeinträchtigt wird. Regionalanästhesien sind besonders geeignet für Eingriffe an der unteren Körperhälfte. Für Operationen oberhalb des Bauchnabels sind Regionalanästhesien nur in Ausnahmefällen möglich. Vorteile des Verfahrens sind zum einen eine länger andauernde Schmerzfreiheit im operierten Gebiet, zum anderen die fehlende Beeinträchtigung der Eigenatmung. Bei jeder Regionalanästhesie besteht allerdings das Risiko, dass die Schmerzausschaltung aufgrund individueller Faktoren nicht ausreicht. In diesem Fall können zusätzliche Schmerzmittel verabreicht werden und ein Übergang zur Allgemeinanästhesie ist jederzeit möglich. Im Vergleich zur Vollnarkose sind die Auswirkungen auf den Kreislauf vergleichbar, so dass eine eingeschränkte Herzfunktion in der Regel kein Grund für eine Regionalanästhesie darstellt.
Spinalanästhesie Mit einer sehr dünnen Nadel wird eine kleine Menge eines Lokalanästhetikums in den Liquorraum des Wirbelkanals unterhalb des Rückenmarks im Bereich der Lendenwirbelsäule injiziert. Das Lokalanästhetikum betäubt die vom Rückenmark ausgehenden Nervenfasern. Die Punktion wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt und ist kaum schmerzhaft. Schon kurz nach der Injektion tritt ein Wärmegefühl und Kribbeln in den Beinen auf. Danach schwindet die Schmerzempfindung und die Muskelkraft. Gelegentlich sinkt der Blutdruck und verursacht Schwindel und Übelkeit, was von uns erkannt und behandelt wird. Die Ausbreitung der Anästhesie kann durch Testen der Kälteempfindung überprüft werden. Die Wirkung hält bis 3 Stunden an.
Periduralanästhesie/Periduralkatheter Bei der Periduralanästhesie wird das Lokalanästhetikum nicht in den Liquorraum, sondern in den davor liegenden, mit Fettgewebe und Blutgefäßen gefüllten Raum, injiziert. Der Periduralraum ist erheblich größer als der Spinalraum, so dass größere Mengen des Lokalanästhetikums verabreicht werden müssen. Ein Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, dass ein dünner Katheter über die Hohlnadel in den Periduralraum eingeführt und nach der Operation zur weiteren Schmerztherapie dort belassen werden kann. Die Periduralanästhesie kann auf jeder Höhe der Wirbelsäule durchgeführt werden.
Nebenwirkungen der rückenmarksnahen Regionalanästhesie sind selten und beinhalten:
- Vorübergehende Rückenschmerzen am Punktionsort
- Vorübergehende Blasenentleerungsstörungen, die evt. einen Blasenkatheter erfordern
- Kopfschmerzen beim Aufstehen (ca. 1-3% der Patienten), die evt. eine weitere Therapie erfordern
- Blutungen, Nervenverletzungen oder Entzündungen mit andauernder Nervenschädigung sind sehr selten. In diesen Fällen ist eine weitere Abklärung und Therapie nötig.
- Ein Herz-Kreislauf- oder Atemstillstand ist ebenfalls extrem selten.
Wann ist eine rückenmarksnahe Regionalanästhesie nicht empfehlenswert?
- Bei Rückenleiden (Bandscheibenvorfall, Schmerzen, Anomalien)
- Bei Krankheiten des Rückenmarks und der Nerven (Lähmungen, Gefühlsstörungen)
- Bei Blutgerinnungsstörungen (Blutverdünnung, Einnahme von Aspirin, Hämophilie)
- Bei schweren Infektionen und Entzündungen
Kombination von Peridural- und Allgemeinanästhesie Für Operationen, nach denen erfahrungsgemäss grössere Schmerzen auftreten, kann ein Periduralkatheter zur Schmerztherapie vor der Operation eingelegt werden. Damit können der Bedarf an starken Schmerzmitteln gesenkt und unerwünschte Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Übelkeit oder Darmträgheit vermieden werden. Gleichzeitig wird die Durchblutung im Operationsgebiet verbessert und die Wundheilung gefördert.
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