Gefässchirurgie Arterielles System

Die arterielle Gefässchirurgie am Zuger Kantonsspital behandelt Erkrankungen der Arterien mit bewährten operativen Techniken und modernen Katheterverfahren, häufig kombiniert in einem einzigen Eingriff (Hybrid-Eingriffe). Sie werden dabei von einem eingespielten Team aus Gefässchirurgie, Angiologie und interventioneller Radiologie begleitet.

Was ist arterielle Gefässchirurgie?

Die arterielle Gefässchirurgie behandelt Erkrankungen der Schlagadern. Das sind die Gefässe, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den Körper transportieren. Mit dem Aufkommen minimal-invasiver, endovaskulärer Methoden, also Eingriffen über einen Katheter im Gefässinneren, hat sich das Fachgebiet in den letzten Jahren grundlegend verändert. Offene Operationstechniken und Katheterverfahren lassen sich heute im selben Eingriff kombinieren. Das erlaubt uns, das Vorgehen genau auf Ihren Befund und Ihre Begleiterkrankungen abzustimmen.

Arteriosklerose: die häufigste Ursache

Eine der häufigsten Erkrankungen, die wir so behandeln, ist die Arteriosklerose – umgangssprachlich «Gefässverkalkung» genannt. Sie nimmt mit dem Alter zu und wird durch Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und erhöhte Blutfettwerte beschleunigt. Ziel der Behandlung ist es, Folgeschäden zu verhindern: einen Schlaganfall, Durchblutungsstörungen innerer Organe oder den Verlust von Gliedmassen.

Ihr Behandlungsweg bei uns

Am Anfang steht eine sorgfältige Abklärung, in der Regel mit Ultraschall und bildgebenden Verfahren. Auf dieser Grundlage besprechen wir mit Ihnen, ob eine medikamentöse Therapie, ein Katheterverfahren oder eine Operation der richtige Weg ist. Nach dem Eingriff begleiten wir Sie in der Nachsorge und stimmen die weitere Behandlung mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt ab.

Warum ans Zuger Kantonsspital?

Unsere Gefässchirurginnen und Gefässchirurgen arbeiten spitalintern eng mit den Fachärzteteams der interventionellen Radiologie und der Angiologie zusammen. Ebenso besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Nephrologie und Dialyse. Auf diese Weise können Dialyse-Katheter, AV-Fisteln und Shunt-Anlagen in der Regel vor Ort erfolgen. Für grössere Eingriffe, die eine Zentrumslogistik benötigen, besteht eine Kooperation mit dem Gefässzentrum des Luzerner Kantonsspitals inklusive permanenter Notfallabdeckung.

Leistungen

  • Schlaganfallprophylaxe bei verengter Halsschlagader
  • Behandlung bei Bauchschlagadererweiterung (Aneurysma)
  • Behandlung von Durchblutungsstörungen infolge Verengungen/Verschlüsse der Becken- und Beinschlagadern (Schaufensterkrankheit, "Raucherbein")
  • Behandlung bei akuten Durchblutungsstörungen (z.B. Embolie)
  • Anlegen von Hämodialyseshunts
  • Moderne endovaskuläre Verfahren und Hybrid-Verfahren (Kombinationseingriffe) zur Behandlung von Aortaaneurysmen und der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was macht die Gefässchirurgie?

Die Gefässchirurgie behandelt Erkrankungen der Blutgefässe – bei der arteriellen Gefässchirurgie sind das die Schlagadern. Typische Krankheitsbilder sind Verengungen durch Arteriosklerose, Erweiterungen der Blutgefässe (Aneurysma) und Durchblutungsstörungen. Behandelt wird je nach Befund mit Medikamenten, einem Katheterverfahren oder einer Operation.

Was ist ein endovaskulärer Eingriff?

Bei einem endovaskulären Eingriff arbeiten wir von innen im Gefäss. Über einen dünnen Katheter – meist über die Leiste eingeführt – werden Engstellen aufgedehnt oder mit einer Gefässstütze (Stent) versorgt. Der Eingriff ist minimal-invasiv, das heisst, es braucht keinen grossen Schnitt. Bei Bedarf kombinieren wir ihn im selben Eingriff mit einer offenen Operation.

Wann muss eine Arterie operiert werden?

Das hängt vom Befund, von den Beschwerden und vom Risiko ab. Ein Eingriff kommt zum Beispiel infrage, wenn eine Verengung der Halsschlagader das Schlaganfallrisiko erhöht, wenn eine Bauchschlagader deutlich erweitert ist oder wenn die Durchblutung der Beine so stark eingeschränkt ist, dass Schmerzen auftreten. Wir besprechen jede Empfehlung individuell mit Ihnen.

Welche Risikofaktoren schädigen die Arterien?

Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, erhöhte Blutfettwerte, Übergewicht und Bewegungsmangel beschleunigen die Arteriosklerose. Diese Faktoren zu behandeln, ist ein zentraler Teil jeder Gefässtherapie – auch nach einer Operation, damit das Ergebnis möglichst nachhaltig ist.