Was ist eine nosokomiale Infektion?
Eine nosokomiale Infektion ist eine Infektion, die während eines Spitalaufenthalts erworben wird und bei der Aufnahme weder vorlag noch in der Inkubationszeit war. Sie kann zum Beispiel eine Wunde, die Harnwege, die Atemwege oder einen Katheterzugang betreffen. Vollständig verhindern lassen sich solche Infektionen nie – ihr Risiko lässt sich mit konsequenten Hygienemassnahmen und einem gezielten Einsatz von Antibiotika aber deutlich senken. Genau das ist die tägliche Aufgabe der Infektionsprävention
Infektiologische Beratung im Spital: unser Konsiliardienst
Wenn auf einer Abteilung eine unklare Infektion, ein anhaltendes Fieber oder ein schwierig zu behandelnder Erreger auftritt, ziehen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte unsere Infektiologie bei. Unsere Fachspezialistinnen und -spezialisten unterstützen bei der Diagnostik, ordnen Befunde ein und empfehlen die passende Therapie. Das Team besteht aus einem Leitenden Arzt und einer Oberärztin mbF mit Facharzttiteln für Infektiologie.
So beugen wir Infektionen vor
Unsere zentralen Massnahmen sind die konsequente Einhaltung der Hygienemassnahmen, eine disziplinierte Händehygiene und die gezielte Isolation infektiöser Patientinnen und Patienten. Entscheidend ist dabei, dass dieses Wissen nicht in Richtlinien stehen bleibt, sondern auf den Abteilungen ankommt und dort gelebt wird.
Deshalb überprüfen wir Abläufe und Verhaltensweisen im ganzen Spital, schulen unsere Mitarbeitenden praxisnah und bringen unser Fachwissen in interdisziplinäre Arbeitsgruppen ein. Pflege, Ärzteschaft und Fachexpertinnen und -experten für Infektionsprävention arbeiten dabei eng zusammen.
Antibiotic Stewardship: Antibiotika gezielt einsetzen
Je häufiger Antibiotika eingesetzt werden, desto grösser wird die Gefahr, dass Erreger unempfindlich dagegen werden. Unter dem Begriff Antibiotic Stewardship fassen wir alle Massnahmen zusammen, mit denen wir den Antibiotikaeinsatz am Zuger Kantonsspital sorgfältig steuern: das richtige Präparat, in der richtigen Dosierung, so lange wie nötig und so kurz wie möglich.
Wir begleiten die Kliniken bei dieser Aufgabe, überprüfen Verordnungen und entwickeln unsere internen Richtlinien laufend weiter. Ziel ist, die Wirksamkeit von Antibiotika langfristig zu erhalten.
Beratung für Zuweisende, Spitex und Pflegeheime
Infektionsprävention endet nicht an der Spitaltür. Wir unterstützen Hausärztinnen und Hausärzte, umliegende Kliniken, Spitex-Organisationen sowie Alters- und Pflegeheime bei Fragen zu Infektionsprävention, zum Umgang mit multiresistenten Keimen und zur Isolation. Der Austausch mit anderen Spitälern und Fachpersonen erlaubt es uns, Synergien zu nutzen und eine moderne Infektionsprävention konsequent umzusetzen.