Psychosomatik

Manche Beschwerden lassen sich nicht allein körperlich erklären. In der Psychosomatik am Zuger Kantonsspital sehen wir Körper und Psyche als Einheit. Unser psychosomatisches Angebot richtet sich an Menschen, deren Beschwerden körperliche, psychische und soziale Ursachen haben.

Wenn Körper und Psyche zusammenspielen

Körperliche Beschwerden können durch psychische und soziale Belastungen beeinflusst oder verstärkt werden. Umgekehrt können körperliche Erkrankungen die psychische Gesundheit und das soziale Leben erheblich belasten. Häufig wirken verschiedene Faktoren zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Eine umfassende Betrachtung von Körper, Psyche und Lebenssituation bildet deshalb die Grundlage unserer Diagnostik und Behandlung.

Der Mensch im Mittelpunkt

Jede Erkrankung und jede Lebenssituation ist individuell. In der ambulanten Sprechstunde nehmen wir uns Zeit, Ihre Beschwerden, Ihre Krankheitsgeschichte und Ihre aktuelle Lebenssituation umfassend zu verstehen. Das ärztliche Gespräch bildet die Grundlage der Behandlung.

Gemeinsam entwickeln wir einen individuellen Therapieplan, der sich an Ihren Beschwerden, Ihren persönlichen Bedürfnissen und Ihren Behandlungsmöglichkeiten orientiert. Dabei arbeiten wir evidenzbasiert und beziehen körperliche, psychische und soziale Aspekte gleichermassen ein. Bei Bedarf ergänzen wir die Behandlung durch eine enge Zusammenarbeit mit der Hausarztpraxis, verschiedenen Fachdisziplinen sowie psychotherapeutischen und therapeutischen Angeboten wie Physio-, Ergo-, Ernährungs-, Musik-, Kunst-, Gestaltungs- und Körpertherapie.

Behandlungsschwerpunkte der Psychosomatik

Funktionelle körperliche Beschwerden

Wir behandeln körperliche Beschwerden, bei denen trotz sorgfältiger medizinischer Abklärung keine ausreichende organische Ursache gefunden wird oder bei denen körperliche und psychische Faktoren eng miteinander verbunden sind. Dazu gehören beispielsweise funktionelle somatische Syndrome und vegetative Beschwerden.

Bewältigung schwerer und chronischer Erkrankungen

Eine schwere oder chronische Erkrankung kann das Leben nachhaltig verändern. Wir begleiten Menschen, die Schwierigkeiten haben, mit ihrer Erkrankung, den damit verbundenen Einschränkungen oder Veränderungen ihrer Lebenssituation umzugehen.

Chronische Schmerzen

Chronische Schmerzen können den Alltag, die körperliche Aktivität und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Wir unterstützen Betroffene dabei, die verschiedenen Einflussfaktoren auf die Beschwerden zu verstehen und einen individuellen Umgang mit den Schmerzen zu entwickeln.

Psychoonkologie

Eine Krebserkrankung stellt für Betroffene und ihre Angehörigen häufig eine erhebliche körperliche und psychische Belastung dar. Die Psychoonkologie unterstützt Menschen mit einer Krebserkrankung bei der Verarbeitung der Erkrankung, bei Ängsten und anderen psychischen Belastungen sowie bei Veränderungen im Alltag und in der Lebenssituation.

Anhaltende Fatigue und Erschöpfung

Anhaltende Erschöpfung kann während oder nach einer schweren Erkrankung auftreten und die körperliche und psychische Belastbarkeit deutlich einschränken. Wir behandeln unter anderem Cancer-related Fatigue, länger anhaltende Erschöpfungszustände, Beschwerden nach schweren Erkrankungen sowie Erschöpfungszustände im Rahmen eines Chronic-Fatigue-Syndroms.

Psychosomatische Beschwerden bei Überlastung

Länger andauernde berufliche oder psychosoziale Belastungen können sich auf die körperliche und psychische Gesundheit auswirken. Wir unterstützen Menschen mit entsprechenden psychosomatischen Beschwerden und begleiten sie bei der Entwicklung von Strategien zur Stabilisierung und Verbesserung ihrer Lebensqualität.

Beschwerden nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation

Nach einem längeren Aufenthalt auf einer Intensivstation können körperliche, psychische und kognitive Beschwerden über längere Zeit bestehen bleiben. Im Rahmen des Post-ICU-Syndroms können beispielsweise Erschöpfung, Schlafstörungen, Ängste oder Konzentrationsprobleme auftreten. Wir unterstützen Betroffene bei der Verarbeitung und beim Umgang mit diesen Folgen.

Leistungen / Therapieangebot

  • Abklärung und Behandlung von funktionellen Körperbeschwerden, vegetativen Beschwerden und funktionellen somatischen Syndromen
  • Abklärung und Behandlung körperlicher Beschwerden im Zusammenhang mit Stress, Angst oder Depression
  • Biopsychosoziale Diagnostik komplexer Beschwerdebilder
  • Psychosomatische Mitbehandlung bei schweren körperlichen Erkrankungen, insbesondere zur Unterstützung der Krankheitsbewältigung und Krankheitsverarbeitung
  • Psychoonkologische Abklärung und Begleitung von Patientinnen und Patienten mit oder nach einer Krebserkrankung, einschliesslich der Abklärung und Behandlung einer tumorassoziierten Fatigue (Cancer-related Fatigue)
  • Abklärung und Behandlung chronischer Schmerzen, insbesondere noziplastischer Schmerzen
  • Abklärung und Behandlung von Erschöpfungs- und Müdigkeitssyndromen, einschliesslich Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS), Burnout sowie Beschwerden nach einem Intensivstationsaufenthalt (Post-Intensive-Care-Syndrom, PICS)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist Psychosomatik?

Die Psychosomatik befasst sich mit dem Zusammenspiel von Körper und Psyche. Also damit, wie seelische und soziale Belastungen körperliche Beschwerden mitverursachen oder verstärken können und umgekehrt. Am Zuger Kantonsspital ist die Psychosomatik Teil der Inneren Medizin.

Für wen ist die psychosomatische Sprechstunde geeignet?

Die Sprechstunde richtet sich an Menschen, bei denen körperliche, psychische und soziale Faktoren zusammenspielen. Dazu gehören unter anderem Menschen mit funktionellen körperlichen Beschwerden, chronischen Schmerzen, anhaltender Erschöpfung oder Beschwerden nach einer schweren Erkrankung. Auch Menschen mit einer Krebserkrankung können im Rahmen der Psychoonkologie Unterstützung erhalten.

Was passiert beim ersten Termin?

Im ersten Gespräch erarbeiten wir gemeinsam ein umfassendes Bild Ihrer Beschwerden, Ihrer Krankheitsgeschichte und Ihrer aktuellen Lebenssituation. Darauf aufbauend entwickeln wir einen individuellen Therapieplan. Das ärztliche Gespräch steht dabei im Mittelpunkt.

Behandelt die Psychosomatik auch körperliche Beschwerden ohne Befund?

Ja. Funktionelle somatische Syndrome und vegetative Beschwerden gehören zu unseren Behandlungsschwerpunkten. Dabei nehmen wir die körperlichen Beschwerden ernst und betrachten gleichzeitig mögliche körperliche, psychische und soziale Einflussfaktoren.

Was bedeutet Cancer-related Fatigue?

Cancer-related Fatigue ist eine ausgeprägte und anhaltende Erschöpfung im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung oder deren Behandlung, die sich durch Ruhe allein nicht ausreichend lindert. In der psychosomatischen Sprechstunde unterstützen wir Betroffene dabei, die Beschwerden zu verstehen und einen individuellen Umgang damit zu entwickeln.