Urogynäkologie

Etwa jede vierte Frau ist im Laufe ihres Lebens von Blasenschwäche betroffen. Ein Thema, über das viele nicht gerne sprechen. In der Urogynäkologie am Zuger Kantonsspital behandeln wir Blasenschwäche, Inkontinenz sowie Blasen- und Gebärmuttersenkungen einfühlsam, diskret und auf dem aktuellen Stand der Medizin.

Was ist Urogynäkologie?

Die Urogynäkologie ist ein Spezialgebiet an der Schnittstelle von Gynäkologie und Urologie. Sie befasst sich mit Funktionsstörungen des Beckenbodens bei der Frau. Dazu gehören Harninkontinenz, wiederkehrende Blaseninfektionen sowie Senkungen von Blase und Gebärmutter. Ziel ist es, die Ursachen gezielt abzuklären, die richtige Behandlung durchzuführen und hierdurch Ihre Lebensqualität spürbar zu verbessern.

Diagnose und Abklärung

Jede Behandlung beginnt mit einer sorgfältigen Abklärung. In einem persönlichen Gespräch und mit gezielten Untersuchungen ermitteln wir die genaue Ursache Ihrer Beschwerden.

In den meisten Fällen genügen dafür einfache Schritte: ein ausführliches Gespräch, eine gynäkologische Untersuchung sowie eine Ultraschall- und Urinuntersuchung. Reicht diese Basisabklärung nicht aus, führen wir eine erweiterte, apparative Blasenabklärung durch. Diese heisst Urodanamik und beinhaltet Druckmessungen in der Blase und Harnröhre, Kapazitätsmessungen der Blase, eine Blasenspiegelung und die Messung der Blasenentleerung.

Ihr Behandlungsablauf

Ihren Therapieplan erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen, abgestimmt auf Ihre Beschwerden, die Ergebnisse der oben erwähnten Untersuchungen und Ihren Alltag. Häufig beginnen wir mit konservativen Massnahmen wie einer Beckenbodenphysiotherapie, einer Pessarbehandlung oder einer lokalen Östrogentherapie.

Bei einer Dranginkontinenz kommen ergänzend Medikamente oder – wenn nötig – Blaseninstillationen und Botox-Injektionen in die Blase zum Einsatz. Führen konservative Methoden nicht zum gewünschten Ergebnis, ist ein minimalinvasiver Eingriff möglich.

Warum ans Zuger Kantonsspital?

Blasen- und Beckenbodenprobleme haben oft mehrere Ursachen. Deshalb arbeiten bei uns Fachpersonen aus Gynäkologie, Urologie, Proktologie, Neurologie, Psychologie und Physiotherapie eng zusammen. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht eine umfassende Diagnostik und eine Therapie, die genau auf Sie abgestimmt ist.

Leistungen

  • Blasendruckmessung (Urodynamik; Untersuchung der Funktionsweise der Harnblase mit Hilfe von Drucksonden und Elektroden)
  • Beckenbodentherapie konservativ (Physiotherapie)
  • Behandlung der akuten und wiederkehrenden Blasenentzündungen (Medikamente, Blasenspülung/Blaseninstillation, Beratung betr. Vorsorgemassnahmen)
  • Konservative Behandlung der Urininkontinenz (Medikamente, Pessare, lokale Therapie, Blaseninstillationen)
  • Minimalinvasive Inkontinenzoperationen wie Bänder (TVT, TOT) und Bulking Agent (Bulkamid) bei Belastungsinkontinenz und Botoxinjektionen in die Blase bei Dranginkontinenz
  • Senkungsoperationen von der Scheide her, mit und ohne Netz, bei Blasen-, Gebärmutter- und Darmsenkung
  • Senkungsoperationen mittels Bauchspiegelung, teilweise mit roboter-assistierter Technik bei Blasen-, Gebärmutter- und Darmsenkung
  • Therapie bei Störungen der Stuhlentleerung
  • Intimpflegeberatung
  • Blasen- und Beckenbodensprechstunde (Urogynäkologische Sprechstunde)

Weitere Informationen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ab wann sollte ich eine Blasenschwäche abklären lassen?

Sobald unfreiwilliger Urinverlust Ihren Alltag beeinträchtigt oder Sie belastet, lohnt sich eine Abklärung, unabhängig vom Alter. Blasenschwäche ist in vielen Fällen gut behandelbar. Je früher die Ursache erkannt wird, desto gezielter lässt sich die passende Therapie wählen.

Muss Blasenschwäche immer operiert werden?

Nein, in vielen Fällen helfen konservative Massnahmen wie Beckenbodenphysiotherapie, Pessarbehandlung oder Medikamente. Ein minimalinvasiver Eingriff kommt erst infrage, wenn diese Methoden nicht ausreichen.

Ist die apparative Blasenabklärung schmerzhaft?

Nein. Die erweiterte, apparative Blasenabklärung ist zwar aufwendiger als eine Basisuntersuchung, aber schmerzfrei. Sie hilft uns, die genaue Ursache Ihrer Beschwerden zu bestimmen und die Behandlung gezielt zu planen.

Was ist der Unterschied zwischen Belastungs- und Dranginkontinenz?

Bei der Belastungsinkontinenz kommt es bei körperlicher Anstrengung – etwa Husten, Lachen oder Heben – zu ungewolltem Urinverlust. Bei der Dranginkontinenz tritt ein plötzlicher, kaum kontrollierbarer Harndrang auf. Die genaue Form bestimmt die passende Behandlung, weshalb eine sorgfältige Abklärung wichtig ist.

Kann eine Blasen- oder Gebärmuttersenkung ohne Operation behandelt werden?

Ja, in vielen Fällen. Eine Beckenbodenphysiotherapie oder eine Pessarbehandlung kann Senkungsbeschwerden deutlich lindern. Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt vom Ausmass der Senkung und Ihren persönlichen Beschwerden ab.