Rheumatologie

Rückenschmerzen, geschwollene Gelenke oder eine ausgeprägte Steifigkeit am Morgen: Rheumatische Erkrankungen zeigen sich sehr unterschiedlich und werden oft erst spät richtig eingeordnet. In der Rheumatologie am Zuger Kantonsspital klären wir Beschwerden des Bewegungsapparates ab und behandeln sie. Über 300 rheumatologische Krankheitsbilder sind bekannt; umso wichtiger ist eine sorgfältige Diagnose als Grundlage jeder Therapie.

Was ist Rheumatologie?

Die Rheumatologie ist das medizinische Fachgebiet für Erkrankungen die sich häufig am Bewegungsapparat manifestieren, also mit Beschwerden an Knochen und Gelenken sowie an den umgebenden Weichteilen wie Sehnen, Bändern und Muskeln. Dazu zählen entzündliche Gelenkerkrankungen wie die rheumatoide Arthritis, Spondyloarthritiden (früher M. Bechterew), die durch Zecken übertragene Arthritis oder Gicht, abnützungsbedingte Gelenkbeschwerden (Arthrose), Knochenerkrankungen wie Osteoporose ((Link setzen)) sowie Bindegewebserkrankungen wie Tennisellbogen, Fersensporn oder Hypermobilität. Die Rheumatologie befasst sich aber auch mit komplexen systemischen Autoimmunerkrankungen wie der systemische Lupus erythematodes, die Systemische Sklerose, die Sjögren-Erkrankung, entzündliche Muskel- und Gefässerkrankungen (Myositiden und Vaskulitiden) mit Beteiligung innerer Organe (z.B. Lunge, Niere).

Viele dieser Erkrankungen verlaufen chronisch. Werden sie früh erkannt und konsequent behandelt, lassen sich der Krankheitsverlauf und damit in vielen Fällen auch Schmerzen und Einschränkungen sowie die Organbeteiligung deutlich positiv beeinflussen.

Wann eine rheumatologische Abklärung sinnvoll ist

Gelenkschmerzen, die über mehrere Wochen anhalten, wiederkehrende Schwellungen, eine Morgensteifigkeit von mehr als 30 Minuten oder unklare Rückenschmerzen bei jüngeren Menschen sind typische Hinweise auf eine rheumatische Erkrankung. In selteneren Fällen können aber auch eine Entzündung deren Ursache unklar ist, bestimmte Hautveränderungen oder Veränderungen an inneren Organen ein erstes Anzeichen für eine rheumatische Erkrankung sein. In der Schweiz leben rund 1.5 Millionen Menschen mit rheumatischen Beschwerden, etwa 300'000 von ihnen sind schwer betroffen. Eine Zuweisung erfolgt meist durch die Hausärztin oder den Hausarzt. Sie können sich aber auch direkt bei uns melden.

Ihr Weg von der Abklärung zur Behandlung

Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung. Je nach Fragestellung ergänzen wir die Abklärung durch Laboranalysen und Bildgebung – Röntgen, Ultraschall oder MRI – in Zusammenarbeit mit unserem Institut für Radiologie. Bei komplexen Erkrankungen arbeiten wir für die Abklärungen mit weiteren Fachbereichen wie der Nephrologie oder Pneumologie zusammen.

Auf dieser Grundlage stimmen wir die Therapie mit Ihnen ab. Das Spektrum reicht von der medikamentösen Behandlung (teilweise mit modernen anti-entzündlichen Biologika), über gezielte Infiltrationen bis zur Physio- und Ergotherapie. Wo sinnvoll, arbeiten wir eng mit der Klinik für Orthopädie & Traumatologie, der Osteoporose-Sprechstunde und weiteren Fachbereichen zusammen. Ziel ist es, Ihre Beschwerden zu lindern, Beweglichkeit zu erhalten und Folgeschäden an den Gelenken so weit wie möglich zu vermeiden.

Warum ans Zuger Kantonsspital?

Unser Team behandelt Patientinnen und Patienten mit rheumatischen Erkrankungen in enger Abstimmung mit weiteren Fachbereichen. Als Teil der Medizinischen Klinik sind wir eng mit den Hausarztpraxen im Kanton Zug vernetzt und begleiten chronische Verläufe auch langfristig.

Leistungen

  • Abklärung und Behandlung Rückenschmerzen
  • Abklärung und Behandlung aller entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew, Psoriasisarthritis, Kollagenosen wie systemischer Lupus erythematodes, Gicht, Borrelienarthritis etc.
  • Abklärung und Behandlung von degenerativ bedingten Gelenkerkrankungen (Arthrose)
  • Abklärung und Behandlung lokaler weichteilrheumatischer Erkrankungen (z.B. Tennisellbogen, Fersensporn, etc.)
  • Generalisierte weichteilrheumatische Erkrankungen (Fibromyalgie)
  • Sportmedizinische Sprechstunde
  • Sonografische Diagnostik des Bewegungsapparates
  • Abklärung und Behandlung der Osteoporose mit Risikoprofilerstellung und Knochendichtemessung mittels der DXA-Methode
  • Interdisziplinäre Schmerzsprechstunde Rheumatologie/Anästhesie
  • Spezielle Therapieformen wie Hyaluronsäure- und Eigenblutinjektionen, manuelle Therapie, sonografisch gesteuerte Interventionen

Partnerschaften

Rheumaliga Schweiz

Weitere Informationen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was macht ein Rheumatologe oder eine Rheumatologin?

Rheumatologinnen und Rheumatologen klären Erkrankungen des Bewegungsapparates und systemische Autoimmunerkrankungen ab und behandeln diese. Der Bewegungsapparat umfasst Knochen, Gelenke, Sehnen, Bänder und Muskeln. Zu den Krankheitsbildern gehören nicht-entzündliche Erkrankungen wie die Arthrose und Osteoporose ebenso wie entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes, Vaskulitiden (Gefässentzündungen). Die Behandlung erfolgt in der Regel ohne Operation, medikamentös und mit begleitenden Therapien.

Wann sollte ich zum Rheumatologen?

Sinnvoll ist eine rheumatologische Abklärung, wenn Gelenkschmerzen über mehrere Wochen anhalten, Gelenke wiederholt anschwellen, die Morgensteifigkeit länger als 30 Minuten dauert oder Rückenschmerzen in jungem Alter ohne erkennbare Ursache auftreten. Aber auch unerklärte Entzündungsaktivität oder Organveränderungen, bei denen keine andere Ursache gefunden wird, kann ein Zeichen einer rheumatologischen Erkrankung sein. Sprechen Sie zunächst mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Die Zuweisung an die Rheumatologie erfolgt meist über die Hausarztpraxis.

Wie viele rheumatische Erkrankungen gibt es?

Es sind über 300 verschiedene rheumatologische Krankheitsbilder bekannt. Am häufigsten sind Rückenschmerzen, Arthrose, entzündliche Gelenkerkrankungen wie die rheumatoide Arthritis oder Morbus Bechterew, Osteoporose sowie weichteilrheumatische Beschwerden, seltener systemische Autoimmunerkrankungen wie systemischer Lupus, systemische Sklerose und Gefässentzündungen (Vaskulitiden).

Ist Rheuma heilbar?

Die meisten rheumatischen Erkrankungen verlaufen chronisch und lassen sich nicht im eigentlichen Sinn heilen. Ziel der Behandlung ist es, Entzündungen zu kontrollieren, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu erhalten. Wird eine entzündliche Erkrankung früh erkannt und behandelt, kann der Verlauf häufig deutlich günstiger beeinflusst werden.

Was erwartet mich beim ersten Termin in der Rheumatologie?

Der erste Termin beginnt mit einem ausführlichen Gespräch zu Ihrer Krankengeschichte und einer körperlichen Untersuchung der betroffenen Gelenke. Je nach Fragestellung folgen Blutuntersuchungen und eine Bildgebung wie Röntgen, Ultraschall oder MRI. Bringen Sie bitte bisherige Befunde, Röntgenbilder und eine Liste Ihrer Medikamente mit.