Das Zuger Kantonsspital hat 2024 11’735 Patientinnen und Patienten stationär behandelt, das sind 50 weniger als 2023 (-0,4 %). Die Zahl der Neugeborenen blieb mit 913 fast stabil (Vorjahr: 923, -1,1 %). Im ambulanten Bereich konnte der Ertrag auf CHF 75,2 Mio. gesteigert werden (Vorjahr: CHF 70,7 Mio., +6,4 %). Trotz eines höheren Betriebsertrags von CHF 196,1 Mio. (Vorjahr: CHF 190,5 Mio., +2,9 %) schliesst die Jahresrechnung 2024 erstmals seit 2008 mit einem Verlust ab, er beträgt CHF 4,7 Mio.
Wichtigste Ursache für den Jahresverlust sind die Tarife 2024, welche die Lohn- und Sachkosten teuerung der letzten Jahre erst zu einem kleinen Teil enthielten. Der Umsatzsteigerung von 2,9 % (CHF 5,6 Mio.) steht ein Mehraufwand von gut 6 % (CHF 10,8 Mio.) gegenüber. Das Zuger Kantonsspital investiert in seine Mitarbeitenden und hat deshalb 2024 den vollen Teuerungsausgleich bei den Löhnen bezahlt und die Anstellungsbedingungen deutlich verbessert, insbesondere mit höheren Zulagen für Abend-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit. Deshalb stiegen die Personalkosten um CHF 8,8 Mio. und konnten nicht vollständig gedeckt werden. Als Folge der Umstellung der Rechnungslegung auf Swiss GAAP FER ergab sich zudem im Jahr 2024 als Einmaleffekt ein Verlustbeitrag von CHF 0,8 Mio.
Bereits im Frühjahr 2024 wurden in den Bereichen Produktivität und Effizienz verschiedene Massnahmen beschlossen, deren Umsetzung die Rückkehr zu einer ausgeglichenen Erfolgsrechnung ermöglichen soll. Für die Jahre 2025 und 2026 konnten im stationären Bereich höhere Tarife als im Jahr 2024 vereinbart werden. Die höheren Tarife und die Produktivitätssteigerung lassen das Zuger Kantonsspital zuversicht lich in die Zukunft blicken.
Vor gut fünf Jahren hat sich das Zuger Kantonsspital entschieden, die medizinisch sinnvolle und politisch gewollte ambulante Durchführung von geplanten Operationen proaktiv umzusetzen. Entsprechend haben sich die Fallzahlen im Ambulanten Operationszentrum (AOZ) entwickelt, welches seit Februar 2022 in Betrieb ist: 800 ambulante Operationen im Jahr 2022, gefolgt von 1514 im Jahr 2023 und 2224 im Jahr 2024. Das hat Auswirkungen auf die Erträge, weil die Kostendeckung im ambulanten Bereich unter Tarmed vor allem bei operativen Eingriffen ungenügend ist. Heute können wir jedoch davon ausgehen, dass sich die Entschädigung für ambulant durchgeführte Operationen ab 2026 mit dem Tardoc und insbesondere den ambulanten Pauschalen deutlich verbessern wird. Die stabile Entwicklung bei den stationären Fällen seit 2022 ist unter anderem eine Folge der konsequenten Verlagerung ambulant durchführbarer Eingriffe in das AOZ.
Das Zuger Kantonsspital befand sich im Jahr 2024 in allen Bereichen jederzeit im Normalbetrieb, das heisst, es verfügte über genügend medizinisches Fachpersonal, um alle Leistungen zu erbringen. So konnten ausserordentliche Abschreibungen durch Wertverluste wegen betrieblicher Einschränkungen vermieden und die kantonalen Leistungsaufträge stets erfüllt werden.
Im Jahr 2024 betrug die EBITDAR-Marge 4,6 % (Vorjahr 7,4 %). Im Durchschnitt der zehn Jahre von 2015 bis und mit 2024 wurde die allgemein geforderte EBITDAR-Marge von 10,0 % vom Zuger Kantonsspital genau erreicht. Damit konnten alle für einen effizienten und zeitgemässen Spitalbetrieb nötigen Investitionen getätigt werden, allein in den letzten fünf Jahren mehr als CHF 68 Mio. Mit einem Eigenkapital von CHF 73,8 Mio., was einer Eigenkapitalquote von 55 % entspricht, ist das Zuger Kantonsspital weiterhin sehr gut eigenfinanziert und kann die in den nächsten fünf Jahren anstehenden Investitionen ohne Aufnahme von Fremdkapital tätigen.
Geschäftsbericht 2024
Kontakt für Fragen per E-Mail (Beantwortung am Freitag, 30. Mai 2025): kommunikation@zgks.ch